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CD-Produktionen

Mit seinen Partnern Oehms Classics und BR Klassik hat die Deutsche Mozart-Gesellschaft eine Reihe von exklusiven Studio-Produktionen veröffentlicht. Dokumentiert werden damit u.a. Konzerte des Deutschen Mozartfestes, das regelmäßig als Themenfestival veranstaltet wird. Erhältlich sind die CDs in der Geschäftsstelle der Deutschen Mozart-Gesellschaft.

Solosonaten und Trios von Leopold Mozart

In ihrer kristallklaren Aufnahmetechnik ist die CD nicht nur ein Hörgenuß für Freunde historisch informierten Musizierens, sondern zugleich ein wichtiges Klangdokument:

Erstmals ist der Johann Andreas Stein-Hammerflügel aus dem Augsburger Mozarthaus zu hören, ein bedeutendes Instrument der Zeit. Hier erklingt er u.a. in einer Weltersteinspielung aus dieser Epoche: Die Klaviertrios von Leopold Mozart sind damit endlich auf CD erlebbar. Vorgestellt werden sie, ebenso wie die Solosonaten des Komponisten, von der Pianistin Christine Schornsheim, einer Expertin für historische Tasteninstrumente. Ihre Mitstreiter an den Saiteninstrumenten sind Rüdiger Lotter (Barockgeige) und Sebastian Hess (Violoncello).

Das Booklet der Doppel-CD bietet spannende Hintergründe zum Schaffen des Komponisten und zum historischen Hammerflügel, verfasst vom Leopold Mozart-Experten Christian Broy.

 OEHMS CLASSICS OC 860 (2 CDs), VÖ: 2012

Mozart in Italien: Klangreise mit der Bayerischen Kammerphiharmonie

Die Geigerin Miriam Contzen und die Bayerische Kammerphilharmonie unter Reinhard Goebel nähern sich hier in sehr feinfühliger Weise einigen musikalischen Schätzen der Mozart-Zeit, die heute im Konzertleben kaum noch präsent sind. Spürbar wird die intensive künstlerische Arbeit, welche die Solisten mit dem Orchester verbindet. Intonationssicher und zugleich temperamentvoll werden die stilistischen Eigenheiten der damaligen Musikpraxis herausgearbeitet. Auch vom historischen Hintergrund her ist die Aufnahme hochinteressant, lässt sie uns doch einige künstlerische Begegnungen des jungen Mozart musikalisch nacherleben:

Nicht nur für bildende Künstler, auch für Komponisten zählte ein Aufenthalt in Italien im 18. Jahrhundert zur umfänglichen künstlerischen Ausbildung. Natürlich kam es auch unter italienischer Sonne zum Austausch zwischen Nordeuropäern verschiedener Herkunft. So traf der junge Mozart in Florenz den gleichaltrigen britischen Geiger Thomas Linley. Eine Generation älter war Johann Adolf Hasse, der quasi schon als Italiener galt. Unmittelbar nach seiner Festoper »Ruggiero« kam – mit ungleich größerem Erfolg – Mozarts Serenata »Ascanio in Alba« zur Aufführung. Dem Kastraten Venanzio Rauzzini, der später selbst als Komponist in London reüssierte, schrieb Mozart sein berühmtes »Exsultate, jubilate« auf den Leib.

Dem flämischen Geiger Franz Lamotte ermöglichte seine Mäzenin Maria Theresia eine Studienreise nach Italien. Ebenso wie Mozart reiste auch er nach Neapel, wartete hier aber vergeblich auf eine Einladung, am Hof vorsprechen zu dürfen, wie Mozarts Vater Leopold berichtet.

Reinhard Goebel, der sich intensiv mit dem musikalischen Schaffen zu Mozarts Zeit und in dessen Umfeld beschäftigt, stellte hier ein Programm zusammen, das die vielfältigen Beziehungen und wechselseitigen Einflüsse der Nordeuropäer in Italien beleuchtet, u.a. mit Violinkonzerten von Linley und Lamotte.

OEHMS CLASSICS OC 753, VÖ: 2010

Real existierend statt museal: Mozart in Paris

Yura Lee (Violine), Bayerische Kammerphilharmonie, Ltg. Reinhard Goebel

Wie sah das Pariser Musikleben aus, von dem sich die Mozarts im Jahr 1777 so viel erwarteten? Typisch für den damaligen französischen Musikgeschmack waren die »Concerts spirituels«, welche von 1725 bis 1791 in Paris veranstaltet wurden. Als Konkurrenz zu dieser Konzertreihe entstanden im Jahr 1769 die »Concerts des Amateurs«, zu deren Direktor bald Joseph Boulogne de Saint-George ernannt wurde. Als farbiger französischer Adliger, Violinvirtuose, Komponist, Dirigent und Fechtmeister war er eine der schillerndsten Gestalten seiner Zeit. Bis 1781 führte das »Concert des Amateurs« zeitgenössische Instrumentalmusik und kleinere musiktheatralische Werke auf.

Wenn auch die Werkfolge auf dieser CD nie so in einer der französischen Konzertreihen erklungen ist, so bietet sie doch eine Art Zustandsbeschreibung der kompositorischen Errungenschaften und des musikalischen Zeitgeistes, den der 22-jährige Mozart damals in Paris vorgefunden hat. Die Konzerte für Violine des Chevalier de Saint-George etwa, dem vielleicht bedeutendsten Geiger auf dem Weg zu einer klassisch-geordneten Violintechnik, wurden zur Zeit von Mozarts Pariser Aufenthalt bereits nicht mehr gespielt, gehörten aber zu den bedeutenden Meilensteinen der damaligen Epoche. Von besonderer Bedeutung sind für Reinhard Goebel die hier erstmals auf CD dokumentierten Werke von Simon Le Duc (1742–1777) und Pierre-Montan Berton l’Ainé (1727–1780): »Man sollte diese Kompositionen ganz unbefangen als Musikstücke hören und sich dann erstaunt fragen, was Mozart davon lernen konnte bzw. wo die anderen ihm etwas voraus hatten. Es ist immer Bestandteil meiner künstlerischen Arbeit, die Gleichzeitigkeit von bestimmten Dingen zu betonen und nicht von Meisterwerk zu Meisterwerk zu hüpfen. Musik besitzt schließlich eine ungemein starke Geschichtlichkeit, was gar nichts mit einem musealen Charakter, sondern mit etwas ‚real Existierendem’ zu tun hat. Sie kommt ja irgendwo her… In dieses Netzwerk möchte ich sie einbauen, um Querverbindungen aufzeigen zu können.«

OEHMS CLASSICS OC 705, VÖ 2007

Mon cher cousin

Das Augsburger Mozartfest 2008 feierte den 250. Geburtstag des heißgeliebten »Bäsle« von W.A. Mozart. Zu erleben war auch die Uraufführung des Werkes »Mon cher cousin«: eine fiktive Antwort des Bäsle an Wolfgang Amadé Mozart. Die österreichische Komponistin Johanna Doderer vertonte hier ein Libretto von Susanne F. Wolf, das den Ton der wortspielerisch-zotigen »Bäsle-Briefe« aufgreift und fortschreibt. 

Doderers Musik verleiht diesem inneren Monolog perspektivische Tiefen, setzt die ständigen, auf mehreren Ebenen sich vollziehenden Schwankungen in sinnfällige, unmittelbar verständliche Töne. Spannungsreich schlägt die Atmosphäre immer wieder um, stoßen wechselnde Orchesterfarben jeweils Türen zu neuen Innenräumen auf: Von der scheinbar naiven, unterwürfigen Bürgerstochter wandelt sich des Bäsles Bild zu dem einer selbstbewussten jungen Frau, zum »fordernden Weib im besten Sinne des Wortes« (Doderer). Zu hören ist hier in dieser Rolle die Sopranistin Salome Kammer.

Mozart nannte seine Cousine auch wiederholt »mein liebes Violoncellchen« – womit ein Instrument benannt ist, für das Mozart erstaunlicherweise keine konzertanten Werke geschrieben hat. Dafür kommen auf der CD selten zu hörende zeitgenössische Werke von Stamitz und Danzi zur Aufführung, interpretiert von der jungen Cellistin Monika Leskovar. Abgerundet wird die Aufnahme durch W.A. Mozarts Divertimento für Streichorchester (KV 136). Das Münchner Rundfunkorchester begleitet unter der Leitung von Ulf Schirmer.  

OEHMS CLASSICS, VÖ: 2007

Lieder dreier Generationen

Zum 55. Deutschen Mozartfest Augsburg präsentiert Konrad Jarnot (Bariton) gemeinsam mit seinem Klavierpartner Alexander Schmalcz ein außergewöhnliches Mozartprogramm mit Liedern aus drei Komponisten-Generationen der Familie Mozart, nämlich von Leopold, Wolfgang Amadeus sowie Franz Xaver Mozart (dem Sohn von Wolfgang Amadeus und Constanze). Das hier vorliegende Liedrepertoire von Franz Xaver Mozart ist erst zum zweiten Mal auf Tonträger veröffentlicht, in der vorliegenden Bariton-Lage handelt es sich um eine Premiere.

Konrad Jarnot gehört zu den gefragtesten Konzert- und Opernsängern der jungen Generation. Er gastiert weltweit mit renommierten Orchestern, Dirigenten und Liedbegleitern. Seine besondere Liebe gehört dem Liedgesang, der ihn zu den wichtigen Musikfestivals und Konzertsälen im In- und Ausland führt. Er studierte Gesang bei Prof. Rudolf Piernay an der Londoner Guildhall School of Music and Drama und bei Dietrich Fischer-Dieskau.

OEHMS CLASSICS OC 564, VÖ 2006

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